Mo Kenney in Germany

Konzertkritik: Friska Viljor, Mo Kenney

Natascha pine, Backstage

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Gegen eine fröhlich und ungehemmt herumschwatzende Menschenmenge kommt man alleine mit Gitarre selten an. So musste leider auch die kanadische Singer/Songwriterin Mo Kenney als Support von Friska Viljor im Stall 6 kräftig gegen eine Wand von Geplapper ankämpfen – und konnte dadurch leider nur ein paar wenige aufmerksame Zuhörer erreichen. Dabei stand da vorne auf der Bühne ein wirkliches Juwel, das einiges zu bieten hatte: Eine angenehme, leicht rauchige Alt-Stimme, kreative, leichtfüssig vor sich hinplätschernde Gitarrensongs und hübsch anzuschauen war die junge Sängerin auch noch. Zu schade, war das eher junge Publikum bereits bis in die Zehenspitzen auf Party eingestellt und deshalb ungeduldig auf den Hauptact wartend kaum von der ruhigen, sympathischen Kanadierin zu überzeugen. Mo Kenney liess sich davon aber die Laune nicht verderben und zog ihr Set tapfer und gewissenhaft durch, was man ihr mit ihren zarten 25 Jahren hoch anrechnen muss.

Friska Viljor machen es einem wirklich nicht einfach, ein Review zu schreiben. Schliesslich sollte man ja, trotz Emotionen, nicht allzu subjektiv berichten, sondern einen fundierten Beitrag schreiben. Wenn einen aber vom ersten Ton an die Musik schlichtweg überrennt und man kaum mehr eine Sekunde stillstehen kann, wenn die Gitarre sich ins Hirn schlängelt, das Schlagzeug in den Beinen vibriert und der Bass im Bauch dröhnt, dann fällt es wirklich schwer, objektiv zu sein.

Die schwedischen Jungs von Friska Viljor sind seit ihrer Gründung vor ziemlich genau 10 Jahren bekannt als Partykommando und ausserordentlich wilde Liveband. Diesem Ruf wurden sie auch im Stall 6 in Zürich wieder mehr als gerecht. Mittlerweile kann die Band schon auf eine ordentliche Karriere zurückblicken und zeigte mit dem Set einen bunten Querschnitt aus ihren bisher 6 Studio-Alben. Das letzte davon, My Name is Friska Viljor, ist gerade erst diesen Sommer erschienen. Sowohl die alten Hits wie auch das neue Material funktionierten live bestens und das dankbare Publikum zeigte sich tanz- und singwillig. Kein Wunder, denn bei beinahe jedem ihrer Songs überkommt einen unwillkürlich das ungestüme und völlig irrationale Bedürfnis, wie blöd herumzuhopsen und mit den Armen zu fuchteln.

Trotz dieser ausgewogenen Mischung an Songs und dem stetigen Spannungsbogen explodierte die Stimmung im Stall natürlich erst recht bei Hits wie «Shotgun Sister», «Arpeggio», «On and on», «Oh-Oh» oder dem neuen Hit «In My Sofa I’m Safe». Hier bewiesen die Schweden übrigens ein sehr gutes Händchen für Dramaturgie: bereits nach einer Dreiviertelstunde verliessen die Jungs die Bühne – aber auch nur, um danach kaum mehr mit Zugabeblöcken aufhören zu wollen und die Stimmung mehr und mehr zum Kochen zu bringen.

Trotz Soundbrei bei den ersten paar Songs, was später zum Glück deutlich besser wurde, war es einmal mehr ein typisches, energie-überschäumendes, ekstatisches Friska-Viljor-Konzert. Trotz 10-jährigem Jubiläum haben sie keine Spur an Qualität und Spielfreude eingebüsst, ganz im Gegenteil: die Band scheint besser und besser zu werden. Also ein rundum erfreulicher und elektrisierender Konzertabend.

Rollingstone: Zartbitterböser Indiepop von der selbstbewussten Kanadierin

SAMO_12Jacket_Standard_RJCGunther Reinhardt, Rolling Stone

Gegen Ende der Platte spielt Mo Kenney zwar die Träumerin, schmachtet eine vielleicht gar nicht existerende Liebe an (,,In My Dreams”) und stellt entzückt fest, dass die süßesten Träume die sind, die keine sind (,,Dancing”). Doch übertönt wird diese sehnsüchtige Seite von einer trotzig-sarkastischen, die sowieso viel besser zur Stimme der Kanadierin passt. Den Ton gibt das zartbitterböse ,,I Faked It” vor, das Gemeinheiten in knuffigen Indiepop verpackt. Aber auch das Zeitlupenlamento ,,Untouchable”, das verwuschlette ,,Mountains To The Mess” und das Schrammel-Singalong ,,Pretty Things” zeigen eine selbstbewusste und talentierte Songschreiberin. (New Scotland/Tunecore)

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Austria and Germany Tour with Friska Viljor

November 3rd- Rockhouse- Salzburg, Austria* – Tickets
November 4th- Vienna Arena- Vienna, Austria* – Tickets
November 5th- PPC- Graz, Austria* – Tickets
November 7th- Kaserne- Basel, Switzerland* – Tickets
November 8th- Stall 6- Zürich, Switzerland* – Tickets
November 10th- Jazzhaus- Freiburg, Germany* – Tickets
November 11th- Alte Feuerwache- Mannheim, Germany* – Tickets
November 12th- Live Music Hall- Cologne, Germany* – Tickets
November 13th- Uebel & Gefährlich- Hamburg, Germany* – Tickets
November 14th- Huxleys- Berlin, Germany* – Tickets

Detektor.fm – “Dieser Song ist echt fies”

By Vincent Raßfeld, Detektor.fm

Mo Kenney spielt Folk-Rock mit Sixties-Einschlag. Gerade ist ihr von der Presse gefeiertes zweites Album “In My Dreams” erschienen. Im detektor.fm-Studio sprechen wir mit ihr über Lampenfieber, Elliott Smith und fiese Songtexte.

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Inspiriert von Künstlern wie Beirut, den Shins oder Elliott Smith schreibt Mo Kenney schon im Teenageralter ihre ersten Songs und spielt in Bands. Richtig ins Rollen kommt ihre Karriere aber erst, als sie mit 20 beschließt, es im Alleingang zu versuchen. 2012 kommt das erste Album, bald darauf folgen die ersten Preise, wie der prestigeträchtige SOCAN Songwriting Prize für ihre Debütsingle “Sucker”.

Fragt man Mo Kenney nach ihren Einflüssen, fällt vor allem und immer wieder der Name Elliott Smith.

“Ich habe seine Musik zu richtigen Zeit entdeckt. Ich war ein Teenager und mochte das Teenagerdasein nicht wirklich. Ich habe dann den Song “Needle In The Hay” im Film “The Royal Tenenbaums gehört und mich sofort in die Musik verliebt. Das war der erste Künstler, mit dessen Musik ich mich irgendwie identifizieren konnte.”

Prominente Schützenhilfe

Auf Mo Kenneys Solopfaden von Anfang an mit dabei: Der in Kanada sehr erfolgreiche und angesehene Musiker und Produzent Joel Plaskett, der sie sowohl an den Instrumenten als auch am Mischpult unterstützt. Das neue Album “In My Dreams” ist zusammen mit Joel Plaskett in dessen Studio entstanden und mischt fuzzlastigen Indierock und Folkballaden mit unbeschwertem Sechziger-Jahre-Pop.

Gerade tourt Mo Kenney durch Europa. Vor ihrem Konzert in Leipzig hat sie uns im Studio besucht und über ihre Zusammenarbeit mit Joel Plaskett, Lampenfieber und Elliott Smith gesprochen. Außerdem hat sie für uns zwei Songs live gespielt – den “echt fiesen” “I Faked It” und das Mardeen-Cover “Telephones”.

Mo Kenney Live
30. 10. 2015 – Kiel, Die Pumpe
31. 10. 2015 – Dresden, Reithalle
01. 11. 2015 – Osnabrück, Rosenhof
02. 11. 2015 – München, Theaterfabrik

Die komplette Session inkl. Interview: http://detektor.fm/musik/detektor-fm-session-mit-mo-kenney